FCPT-Kongress : Resolution

Die Delegierten der Eisenbahnergewerkschaft FCPT/SYPROLUX versammelt auf ihrem Kongress in Dommeldingen, am 24. November 2018 verfassen folgende Resolution.

E Schrëtt an d’Zukunft

Bei den Sozialwahlen 2019 treten 64 Kandidatinnen und Kandidaten an, um den Eisenbahnerinnen und Eisenbahner ihre Stimme zu verleihen. Sie wollen das Sprachrohr sein für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. Sie treten an, um Ideen zu entwickeln und umzusetzen, Sorgen und Bedenken Ernst zu nehmen und Lösungen zu finden, Missstände aufzudecken und zu beheben im Sinne eines jeden Einzelnen und des Betriebes. Das Wohlbefinden und die Sicherheit am Arbeitsplatz sind beides Prioritäten für die die FCPT/SYPROLUX steht und sich tagtäglich einsetzt.

In Zeiten in denen Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz groß geschrieben werden, muss auch der Arbeitgeber seine soziale Rolle und seine Verantwortung übernehmen. Umfragen, Hochglanzflyer, Floskeln und Sprüche reichen da nicht mehr aus. Taten müssen folgen. Denn an konkreten Maßnahmen wird man gemessen!

Zum Wohle des Personals

Seit der CFL Umfrage wird dem/der Eisenbahner/in immer wieder Wohlbefinden versprochen. Doch wo bleiben die konkreten Schritte? Seit Jahren fordern wir als FCPT/ SYPROLUX eine Kantine, wo die Bediensteten während ihrer Pause in Ruhe essen können, vor allem aber warme, frische und gesunde Gerichte. Berufs- und Familienleben in Einklang zu bringen ist in Zeiten, in denen beide Partner arbeiten müssen, kein leichtes Unterfangen. Deshalb fordern wir als FCPT/SYPROLUX eine Kindertagesstätte, die sowohl 24/24 Stunden als auch 7/7 Tage geöffnet ist, da viele Bedienstete Schichtarbeit leisten.

Arbeitsbestimmungen einhalten und Arbeitsbedingungen verbessern

Als FCPT/SYPROLUX fordern wir eine ständige Einbindung der Personalvertreter in Bezug auf die Ausarbeitung bzw. Abänderung von Arbeitszeiten, Schicht- und Dienstplänen. Die Einführung von Schichtarbeit oder ständiges Abändern von Umlaufplänen, entziehen den Mitarbeitern die Planungssicherheit. Dies ist ein zusätzlicher Stressfaktor im Alltag. Des Weiteren muss besonders die Schichtarbeit nicht nur bestehendem Regelwerk entsprechen, sondern Arbeitspläne müssen auch aus- und durchführbar sein, ohne dass die Gesundheit des Mitarbeiters zu Schaden kommt.

Weiter fordert die FCPT/SYPROLUX endlich die Schaffung der „tableau de service“ in den verschiedenen Dienstzweigen. Der Bereitschaftsdienst (astreinte – IG15) muss dringend überarbeitet werden. Dazu gehört auch eine klare Definition einer Schichtdauer, während des Bereitschaftsdienstes.

Jeder braucht Wertschätzung

Jede Eisenbahnerin und jeder Eisenbahner verfügt über einen reichen und oft auch ganz persönlichen Wissensschatz. Die CFL-Direktion sollte auf dieses Wissen zurück greifen, es auffangen und eine gezielte Wissensvermittlung fördern. Dies kann nur durch die konkrete Einbindung der Belegschaft erfolgen. Dies wäre ein starkes Zeichen der Anerkennung eines jeden einzelnen Mitarbeiters, der auf diesem Weg aktiv zum Wohle des Betriebes beitragen kann.

Doch muss eine Betriebsführung sich ebenfalls klar zu seinen Mitarbeitern bekennen und ihre Wertschätzung ausdrücken. Aus diesem Grund fordern wir als FCPT/ SYPROLUX die CFL dazu auf Mittel und Wege zu finden, um den Eisenbahnerinnen und Eisenbahner eine verbesserte Laufbahnentwicklung und gegebenenfalls Perspektiven zu einer weiteren Berufsorientierung zu ermöglichen.

Im Zuge der Umsetzung der Reform im öffentlichen Dienst und der Einführung der sogenannten „postes à responsabilité particulière“, beharren wir als FCPT/SYPROLUX darauf, dass Berufsbilder, wie das des Fahrdienstleiters oder des „Régulateur sous-station“, bzw. die I- und A-Laufbahnen, deren Verlauf man per Gesetz gekürzt hat, weiterhin in Diskussion bleiben und weiteren Überprüfungen unterzogen werden.

Den Personalbestand im Auge behalten

Es stimmt, es wird massiv eingestellt und doch leiden verschiedene Dienstzweige an chronischem Personalmangel. Die Ursachen sind vielseitig. Oftmals fehlt es an geeigneten Kandidaten. In diesem Zusammenhang begrüßen wir als FCPT/SYPROLUX das Bekenntnis der Regierung zur Abschaffung der 80-80-90-Regelung. Dies würde bedeuten, dass ab dem 1. Januar 2019 die Anfangsgehälter auch während der “Stagezeit” zu 100% ausbezahlt werden.

Doch allzu oft wird die Nachfolge eines Mitarbeiters verschlafen oder nicht einmal bedacht. Andererseits werden im Zuge der Digitalisierung Posten abgebaut, noch bevor die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden und sich als verlässlich erwiesen haben. In unseren Augen fehlt es auch noch immer an Transparenz im Bereich der Postenvergabe. Sowohl bei der Postenausschreibung, als auch der Besetzung sind noch immer zu viele Akteure im Spiel. Als FCPT/SYPROLUX fordern wir, klare und verbindliche Regeln in diesem Bereich. Des Weiteren unterstreichen wir die Wichtigkeit der Postenbeschreibungen (fiche de poste). Wir fordern die Publikation dieser Dokumente und der ständigen Aktualisierung unter der Federführung des Service RH.

Lehren und Lernen, ein Leben lang!

Als FCPT/SYPROLUX fordern wir eine tief greifende Analyse der Aus- und Weiterbildung bei den CFL. Derzeit fehlt eine klare Aufteilung der Kompetenzen. Unser Ausbildungszentrum ist abhängig von Ressourcen aus anderen Dienstzweigen. Die Ausbildung ähnelt derzeit einem Babylon des Wissens: jeder macht etwas, doch keiner sieht so recht den Zusammenhang. An einer wahren Zusammenarbeit besteht oftmals wenig Interesse. Als FCPT/ SYPROLUX muss daher ein klares Profil des Ausbilders (formateur) geschaffen werden. Als Betrieb müssen wir die Profile definieren, welche in Zukunft vermehrt gebraucht werden und nach unseren Bedürfnissen ausbilden. Dies kann unserer Meinung nach nur über den Weg einer neugegründeten „Léierbuud“ funktionieren.

In Punkto Sicherheitskultur pochen wir als FCPT/SYPROLUX darauf, dass neues Regelwerk nur eingeführt werden kann, nachdem die betroffene Belegschaft die nötigen Fortbildungskurse absolviert hat.

Klares Bekenntnis zu einem qualitativ hochwertigen öffentlichen Transport

Ein sicherer und qualitativ hochwertiger öffentlicher Transport kann nur mit motiviertem und gut ausgebildetem Personal gewährleistet werden. Dies hat seinen Preis. Als FCPT/SYPROLUX sprechen wir uns mit aller Deutlichkeit gegen einen “gratis öffentlichen Transport” aus. Ein kostenloser öffentlicher Transport würde unweigerlich negative Konsequenzen auf die Präsenz des Zugbegleitpersonals haben und zum Abbau dieses Berufszweigs führen. Des Weiteren würde der Personalbestand der Schalterbeamten und Kontrolleure mit unter Druck geraten. Der Leidtragende wird am Ende der Kunde sein, des- sen Informationsdurst auf der Strecke bleiben wird und dessen Sicherheit in nicht begleiteten Zügen und leeren Bahnhöfen gefährdet ist.

Secrétariat Général