Unterwegs in Pipi Langstrumpfs Welt

2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt
und Drei macht Neune.
Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt.

Schon komisch, wenn man in einem Arbeitsmeeting sitzt, der Obrigkeit zuhört und einem Pipi Langstrumpfs Kinderreim blitzartig in den Sinn kommt. So geschehen am vergangenen 11. September während eines Treffens mit dem Dienstchef der Infrastrukturen (MI). Gegenstand dieser Sitzung waren unter anderem die Prozeduren in Bezug auf das Abhalten einer „Présélection“, bzw. auf das Besetzen und Ausschreiben von Arbeitsposten. Beides ist in unserem internen Reglement, der Generalorder N°3 verankert, wurde während der Umsetzung der Reform im öffentlichen Dienst mehrmals diskutiert und vor allem im höchsten Personalgremium, der „Délégation Centrale“ (DC) festgehalten und niedergeschrieben bzw. bestätigt.

Entscheidungen sind bindend

Dass Entscheidungen einer DC bindend sind und von allen Dienstchefs anzuwenden sind, müsste eigentlich ausreichend bekannt sein. Im Klartext heißt dies: es gibt weder Spielraum für Interpretationen, noch ist es gestattet Prozeduren nach persönlichem Gusto in ihren jeweiligen Etappen abzuändern. Die CFL-Welt kann man sich nicht eben mal so machen, wie sie einem als Dienstchef gefällt. Die störrische Aussage, man würde auf klare Anweisungen seitens eines Service RH warten, wie man den Posten ausschreiben und besetzen soll, wirkt wenig beeindruckend. Besonders da die Personaldelegation ja auch die Initiative zur Erstellung bzw. Wiederauflage von Prozeduren nehmen kann.

Entscheidungen umsetzen – schwere Geburt

Überhaupt stellen wir fest, dass manche Chefs sich schwer tun Entscheidungen ihrer Obrigkeit umzusetzen. Die Bereitstellung der Dienstpläne bei unseren Fahrdienstleitern zum Beispiel. Hier wurde klar und deutlich vom GI-Ressort bestätigt, dass besagte Pläne weiterhin verwendet werden. Nun, der zuständige Dienstchef scheint in mittelalterlichen Sphären zu fliegen und wartet wahrscheinlich auf eine Bulle, eine mit Tinte und Feder verfasstes Pergament versehen mit einem offiziellen Siegel seines Ressortdirektors, bevor er die dringend benötigten Dokumente wieder freigibt.

Luxemburg im Wahlfieber

In diesen Tagen kommt man nicht umhin, das eine oder andere Wort über Wahlen zu verlieren. Ist ihnen eigentlich schon aufgefallen, Kollegen und Kolleginnen, dass wir in ein regelrechtes Wahlmarathon eingestiegen sind. Im Oktober stehen die Parlamentswahlen an, im kommenden Frühsommer dann die Europawahlen. Und nicht zu vergessen: im März 2019, schreiten wir, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, zur Wahl und entscheiden über die künftigen Personaldelegationen in den Betrieben Luxemburgs. Für Anhänger der Holzweg 2050-Truppe müssen diese Sozialwahlen doch zu krampfartiger Übelkeit führen. An diesen Wahlen dürfen doch tatsächlich Nichtluxemburger, Grenzgänger, gar Ausländer teilnehmen. Schlimmer kann es für solch eine rechte Gesinnung doch nicht kommen, oder? Doch mit etwas Glück liegen die eh in einer Ecke und lecken ihre Wunden, nachdem sie vom Volk beim herbstlichen Urnengang abgewatscht wurden. Braunes Rattenfängergequake, Angstmacherei, Tatsachenverdreher, alles schon mal da gewesen… vor 80 Jahren! Wollen wir nicht mehr! Und mal ehrlich das Bild deren Welt, in der Weltoffenheit, Sprachengewandtheit, freie, kritische und humanistische Überlegungen keinen Platz haben, es keine europäischen Werte gibt, kann nur auf Ablehnung stoßen. Braunes Gedankengut gehört verbannt! Diese Stimmen sollen verstummen. Überdonnert sollen sie werden, durch wache Geister auf luxemburgisch oder andersprachig, weil wir unser Land mögen, weil es Zeit für Veränderung ist, mit oder ohne Plan, aber gemeinsam und Hauptsache gegen Rechts!

Widdewiddewitt, macht dabei einfach mit!

mb