Urlaubszeit – Nicht für Alle!

Sommerzeit ist Ferienzeit: Während die einen ihren vollverdienten Urlaub antreten, beginnt bei anderen die Hochsaison der Baustellen. Die Sommermonate nutzt die CFL um größere Bauphasen der Infrastrukturprojekte umzusetzen. Die Linien 10, 50, 60 und 90 werden modernisiert und erweitert. Deswegen werden mehrere Streckenabschnitte zwischen dem 14 Juli und dem 16 September 2018 gesperrt. Eine große Herausforderung für das Personal, Abstriche bei der Urlaubsplanung, Einhalten von Terminen usw. Zusätzlich gibt es den Umzug des Stellwerks Luxemburg PDL (Wochenende 14/15.07.), sowie die Inbetriebnahme der neuen HIS-Software. Im Monat August soll der Zugbahnfunk (RST) durch das GSMR-Netz ersetzt werden und in der zweiten Hälfte des Monats September die Betriebsleitzentrale BLZ ihren Dienst aufnehmen. Dies sind notwendige Maßnahmen zur Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur und steigern die Attraktivität des öffentlichen Transportes. Eine Umstellung der Technik (HIS Bedienung PDL / GSMR) bedeuten allerdings auch teilweise Anpassungen der Betriebsvorschriften. Strukturelle Änderungen der Betriebsabläufe (BLZ) bewirken ebenfalls Anpassungen der Vorschriften. Dass in manchen Berufssparten Personalmangel herrscht ist kein Geheimnis. Die Herausforderung an viele Mitarbeiter ist groß, dessen sollten sich alle Beteiligten bewusst sein. Bei so mancher Entscheidung sollten einige „Akteure“ einen kühlen Kopf bewahren. Es wäre in vielen Situationen angebracht, neue Abläufe in der Praxis zu bewerten, ehe Posten abgeschafft werden.

Die Personaldecke ist in vielen Berufsgruppen sehr dünn, aber warum? Einige Personalchefs aus dem Finanzsektor klagen schon jetzt, dass durch die Abschaffung der 80/80/90 Regelung im öffentlichen Dienst, Ihnen die besten Kandidaten verloren gehen. Aber kommen diese zur CFL? Beim letzten Ausleseverfahren für Fahrdienstleiter waren rund 50 Bewerber gemeldet, es erschienen jedoch nur 38 Teilnehmer. Hier wird es schon schwierig eine Klasse von 12 Kandidaten einzustellen. Die Bemühungen der RH-Abteilung sind lobenswert, erzielen momentan leider nicht den erhofften Erfolg.

Nach der Ausbildung „fischen“ zu viele im Personalbestand der Fahrdienstleiter. Ein Teufelskreis, denn für viele Posten ist die Grundausbildung Fahrdienstleiter eine Voraussetzung (Büro-ATRA / Formateur / BLZ usw.).

Im letzten Monat fanden einige konstruktive Gespräche mit sämtlichen Beteiligten statt, eben auch mit Fahrdienstleitern. Diese Vorgehensweise ist begrüßenswert und führt hoffentlich zu positiven Entscheidungen. Andere Berufsgruppen sollten sich an diesem Modell inspirieren, und auf ihre Situation anpassen. Viele Berufsbilder der CFL sind einzigartig und verlangen daher eine spezifische Ausbildung, wo die Erfahrung der älteren Kolleginnen und Kollegen übertragen werden muss. Dies kostet natürlich Zeit, frühzeitige Planung (beim Ersetzen der Mitarbeiter) und Motivation. Wie schon öfters erwähnt ist es eine Voraussetzung, dass alle Abteilungen das gleiche Ziel verfolgen, nur so kann eine gemeinsame Strategie umgesetzt werden.

Wir wünschen der gesamten CFL-Belegschaft einen schönen Sommer und erholsame Urlaubstage.

 

Paul Gries