Resolution

Die Interessengemeinschaft der christlichen Verkehrsgewerkschaften, IeV, anlässlich ihres Treffens in Gösing (Österreich), unterbreitet ihren politischen und betrieblichen Führungen in der Schweiz, in Österreich und Luxemburg folgende Resolution:

Das «Mensch Sein» im Mittelpunkt

Wir von der IeV stellen fest, dass

  • durch andauernde Globalisierung,
  • galoppierender Liberalisierung,
  • heranschleichender Automatisierung,
  • und sich ausbreitender Digitalisierung,

der Leistungsdruck auf den arbeitenden Menschen immer stärker wird. Neue Regelwerke, erweiterte Kompetenzen gepaart mit einem steigenden Zuwachs an Aufgaben, welche zentriert und fokussiert auf den einzelnen Arbeitenden ausgerichtet sind, werden zur Folge haben, dass der Mensch auf der Strecke bleiben wird.

Die IeV will diese Tendenz nicht als Fatalität der modernen Gesellschaft hinnehmen.

Der arbeitende Mensch muss seinen klar definierten Platz in der Unternehmenskultur haben. Er ist mehr als ein blosser Kostenfaktor, sondern eine fundamentale Erfolgskomponente im Zahnrad eines Betriebes.

Digitalisierung der Arbeitswelt

Als IeV sind wir uns bewusst, dass man die Digitalisierung nicht aufhalten kann. Es ist daher unserer aller Mission dieses Phänomen kritisch zu begleiten und deren Auswirkungen weitgehendst sozial verträglich für den einzelnen Menschen abzufedern.

Mehr fördern, als immer nur fordern

Die Digitalisierung verlangt eine klar strukturierte und stufengerechte Aus- und Weiterbildung. Digitalisierung muss begriffen werden, sowie vernünftig als auch einfach anwendbar sein. Dies erfordert die nötigen didaktischen und finanziellen Mittel. Dreh- und Angelpunkt ist der Zeitfaktor der Ausbildung.

Schutz des MitarbeitendenMehr Sicherheit, statt Druck

Als IeV stellen wir fest, dass es durch die zunehmende Arbeitsbelastung des einzelnen Menschen zu einem besorgniserregenden Anstieg der Arbeits- bzw. Betriebsunfälle gekommen ist. Aus diesem Grund fordern wir:

  • Untersuchungsprozesse zu hinterfragen und zu optimieren,
  • klare Ursachenforschung zu betreiben,
  • Systembedingte Mängel aufzuzeigen und entsprechende Massnahmen einzuleiten,
  • die Überprüfung neuer Regelwerke und Systeme auf deren operative Anwendbarkeit vor einer flächendeckenden Einführung,
  • eine berufsspezifische Aus- und Weiterbildung, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Gewaltbereitschaft im öffentlichen Personenverkehr effizient begegnen

Als IeV haben wir festgestellt, dass die Gewaltbereitschaft gegenüber dem Personal im öffentlichen Verkehr weiterhin ansteigt. Die Anzahl der Übergriffe in den drei Ländern ist alarmierend. Wir sind uns einig, dass technische Maßnahmen (Kameraüberwachung, Belichtung), regelmäßige Deseskalationstrainings für die Mitarbeitenden sich positiv auf die Sicherheit bzw. das Sicherheitsgefühl auswirken. In unseren Augen kann ein wirksamer Schutz nur durch verstärkte menschliche Präsenz erzielt werden, welche durch länderspezifische Strukturen (z.B. eine spezialisierte Polizeieinheit) unterstützt werden. Übergriffe sind konsequent zu verfolgen.

Zukunft gestalten im Sozialdialog

Die erfolgreiche Weiterentwicklung eines Unternehmens kann nur über den Weg von ausgeglichenen und gut ausgebildeten Mitarbeitenden führen. Unterstützt von starken Sozialpartnern.

Die Mitglieder der IeV sind bereit mit dem Management, im gegenseitigem Respekt und offenem Dialog, auf einer gemeinsamen Betrachtungsebene diese Herausforderung lösungsorientiert anzugehen.

Mitgeteilt von FCG-vida, SYPROLUX und transfair

Gösing, 19. Juni 2018