IeV-Treffen in Gösing (Österreich

Eine Delegation um die SYPROLUX-Präsidentin Mylène Bianchy nahm am IeV-Treffen (Interessengemeinschaft der christlich Sozialen europäischen Verkehrsgewerkschaften) in Gösing teil. Dieses Treffen, was abwechselnd von der Österreichischen, Schweizer, oder luxemburgischen Delegation organisiert wird, hat zum einen die Priorität vom gegenseitigem Austausch darüber hinaus werden aber auch die verschiedenen Strategien der Bahnkonzerne (SBB, ÖBB und CFL) miteinander verglichen. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Entwicklungen im Gütertransport bei der Bahn. Des Weiteren werden die unterschiedlichen Laufbahnen analysiert und diskutiert.

Angekommen in Gösing an der Mariazellerbahn, wurden gleich die verschiedenen Delegationen vorgestellt.

Aus Österreich waren angereist:

  • Heinz Zarl, FCG-vida;
  • Thomas Svejda, Vertreter bei den städtischen Werken in Wien;
  • Christian Wimmer, Vertreter bei der Luftbehörde in Wien,

Aus der Schweiz waren angereist:

  • Werner Ruegg, Präsident der IEV, Mitarbeiter der SBB und Vertreter der Gewerkschaft „Transfair“;
  • Andreas Roos, Mitglied bei „Transfair Gewerkschaft“, Mitarbeiter bei der SBB;
  • Peter Einsenbart, Mitglied bei „Transfair Gewerkschaft“, Mitarbeiter bei der SBB-Cargo,

Aus Luxemburg waren angereist:

  • Mylène Bianchy, Präsidentin des SYPROLUX und Vertreter bei der ETF-Bahn und Soziales;
  • Steve Watgen, Generalsekretär des SYPROLUX;
  • Fernand Schroeder, Im „Service Formation“ tätig und Ausbildender bei der CFL;
  • Jonny Uri, beim Busdienst tätig und Vertreter bei der ETF-Straße;
  • Gast Schoumacker, beim Busdienst tätig und Personalvertreter;
  • Claude Noel, im TM tätig und Personalvertreter,

In seiner Begrüßungsrede hieß der IeV-Präsident Werner Ruegg alle Anwesenden herzlich willkommen und stellte das Programm der kommenden Tage vor. Er stellte fest, dass die Eisenbahnen sich in den letzten Jahren enorm verändert haben. Geld und schwarze Zahlen sind das wichtigste überhaupt, dabei werden aber das Personal und das Menschliche vergessen, was zu bedauern ist. Wir als Gewerkschaften müssten zusammenhalten untereinander diskutieren und vergleichen. Aufhalten könnten wir das ganze sowieso nicht. Oberste Priorität sei nach wie vor: „Arbeitsplätze halten und schaffen“.

So wird es auch immer schwieriger neue Gewerkschaftsleute zu motivieren und miteinzubinden. Oft ist hier eine gewisse Demographie das Problem. Deshalb soll in Zukunft auch hier angesetzt werden um junge Leute zu rekrutieren, besser zu begleiten und einzubinden.

Nun stand die Erneuerung des IeV-Vorstandes auf dem Programm. Hier wurde Werner Ruegg als Vorsitzender bestätigt. Neuer Vize-Präsident ist Steve Watgen, der Jean-Paul Schmitz ersetzen wird. Auch Andreas Roos wurde als Vorstandsmitglied bestätigt.

Der IeV-Präsident Werner Ruegg und der Vize-Präsident Steve Watgen Foto: Claude Noel

Berichte aus den Ländern:

Österreich:

In Österreich ist die Krankenversicherung eine Pflichtversicherung für Leute mit legalem Einkommen und deren Familien. Vorgeschrieben ist die Pflichtkrankenversicherung über das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) Kinder sind beitragsfrei mitversichert. Außerdem unterliegen Arbeitslose und Pensionierte der gesetzlichen Krankenversicherung. Träger sind die jeweils zuständigen Krankenkassen.

Den Krankenversicherungsträger selbst kann man sich nicht auswählen, er ist vom jeweiligen Arbeitgeber und dessen Standort abhängig. So gibt es:

  • eine Gebietskrankenkasse (GKK) pro Bundesland, welche für die in der Privatwirtschaft tätigen Menschen zuständig ist.
  • sechs spezielle Betriebskrankenkassen (BKK) wie z.B. die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB), wo man als ÖBB-Mitarbeiter vertreten ist.
  • Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) für Unternehmer und Selbständige.
  • Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB).
  • die Versicherungsanstalt der öffentlichen Bediensteten (BVA)

Die Beitragspflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung für unselbständige Erwerbstätige trifft Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Arbeitgeber hat die Verpflichtung, den Arbeitnehmer vor Antritt der Beschäftigung beim zuständigen Krankenversicherungsträger anzumelden und regelmäßig die gesetzlich festgelegten Beitragssätze abzuführen. Der Arbeitgeber haftet für die Sozialversicherungsbeiträge.

Ein System was es seit Jahrzehnten in Österreich gibt, soll jetzt zusammengelegt werden bis dann noch 9 (anstelle von 15) Krankenkassen übrig bleiben. Was ganz klar nach Abbau von Arbeitsplätzen und weniger Dienst am Kunden riecht.

Des Weiteren will die Österreichische Regierung eine 12 Stunden-Schicht einführen. So soll ein Arbeitnehmer in Zukunft (beim einhalten verschiedener Bedingungen) bis zu 12 Stunden am Stück arbeiten können, was wir als Gewerkschaften und als IeV nicht akzeptieren können.

Schweiz:

In der Schweiz sind berufliche Neuorientierungen auf der Tagesordnung, umso die Mitarbeiter die einen gewissen Job etliche Jahre ausgeübt haben, neu zu motivieren und neu zu orientieren. In der Phase der Neuorientierung muss aber auf einen Teil des Lohns verzichtet werden.

Bei der SBB-Cargo verrichten die „CDM conducteur de manœuvre“ alles was bei Rangierfahrten erledigt werden muss. Sie sind zuständig für Bremsproben, Lokfahren mit Fernsteuerung und Kamera, Wagenmeisterei, Fertigstellung der Papiere, usw. So gesehen ein interessanter Job mit viel Stress und Verantwortung in dem einem keine Fehler unterlaufen dürfen. Des Weiteren müssen diese „CDM“ ihre Prüfungen bestehen um ihre Tauglichkeit vorweisen zu können. Viele dieser „CDM“ wechseln in den Personenverkehr um hier als Lokfahrer ihren Dienst zu tätigen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass der SBB-Cargo die Mitarbeiter ausgehen, was sich sicherlich auf die Dienstpläne der Kollegen auswirkt.

Luxemburg:

Die Luxemburger Delegation berichtete über die Änderungen des neuen Regelwerkes und über die dazu gehörenden Probleme mit der Umsetzung und der dazugehörenden Ausbildung. Des Weiteren waren die Gehälterreform und die geplanten Anpassungen zum 01.01.2019 ein Thema. Danach wurden die jetzigen und geplanten CFL Infrastrukturprojekte vorgestellt, so dass jeder sich ein Bild machen konnte.

Zum Schluss kam aber noch der Mangel an CFL-Personal zur Sprache.

Besichtigung der Mariazellerbahn:

Als die schönste Verbindung von Technik und Natur beschreibt die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) die Mariazellerbahn, wobei bereits frühere Betreiber sie einst als die schönste Spur durchs Alpenvorland bezeichneten. Es bilden sowohl das reizvolle Pielachtal, als auch der gebirgige Charakter des Ötscherlandes, eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft, deren Bereisung heute durch modernste Fahrzeugtechnik eine neue Blüte erfährt.

Die Mariazellerbahn, ist eine elektrifizierte Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 Millimeter. Die Gebirgsbahn verbindet die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten mit dem 85 km entfernten berühmten steirischen Wallfahrtsort Mariazell. Der ursprüngliche, amtliche Name der Bahn lautete Niederösterreichisch-steirische Alpenbahn.

Eigentümer und Betreiber ist seit Dezember 2010 die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG). Die Mariazellerbahn ist Teil des Verkehrsverbundes Ost-Region. Der südliche Abschnitt zwischen Mitterbach und Mariazell ist in den Steirischen Verkehrsverbund integriert.

Seit Dezember 2010 ist die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) Eigentümerin und Betreiberin der Mariazellerbahn. Im November 2010 gab die Niederösterreichische Landesregierung den Vertragsabschluss für die Beschaffung von neun Elektrotriebwagen und vier Panoramawagen bei Stadler Rail in Auftrag. Die Triebwagen sollen unter dem Namen „Himmelstreppe“ verkehren. Die neuen Fahrzeuge werden nunmehr in Laubenbachmühle gewartet, wo seit Dezember 2011 ein neuer Bahnhof inklusive Betriebszentrum, bestehend aus Werkstätte und Lager, errichtet wurde.

Seit der Sommersaison 2014 werden im Nostalgieverkehr die Panoramawagen unter dem Namen „Ötscherbär“ abwechselnd mit Dampf- oder Elektrotraktion eingesetzt.

Lebkuchen in Mariazell:

Lebkuchen ein Gebäck aus Honig und Gewürzen ist bei den Pilgern von Mariazell sehr beliebt. Hier in Mariazell wird Lebkuchen seit mehr als 300 Jahren gebacken. Im Hause Pirker was wir besichtigten stand alles unter dem Motto: „Alles von der Biene“ hier werden sowohl Met, Honigbrand als auch Wachskerzen hergestellt.

So fand jeder bei einer einzigartigen Auswahl ein kleines Mitbringsel.

Steve WATGEN