Neues aus dem gemischten Beirat vom 07. März 2018

Endlich ist sie da!

Assistante sociale:

Mehr als 20 Jahre und unzählige Diskussionen hat es gebraucht, bevor die CFL endlich wieder eine Sozialarbeiterin eingestellt haben. Nun hat Frau Viviane Perreira ihren Dienst am vergangenen 15. November aufgenommen. In einer ersten, noch andauernden, Phase familiarisierte sich Frau Perreira mit der Struktur bzw. Organisation des Betriebes. Nun gilt es, über die Dienste und Aufgaben zu kommunizieren. Ein diesbezüglicher Flyer, samt Erklärungen und Kontaktdaten wurde erstellt und wird derzeit im Betrieb ausgeteilt. Hilfestellung wird sowohl im Berufs- als auch im Privatleben angeboten. Die Zielgruppe umfasst aktive und pensionierte Mitarbeiter und deren Familie, dies für die gesamte CFL-Gruppe. Auf eine gute Zusammenarbeit!

Pünktlichkeit im Zugverkehr: eine schwere Last

Generaldirektor Marc Wengler ging in seinem Bericht auf die Pünktlichkeit bei den CFL ein, die sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert hat. Außer bei der Linie 50 (Luxemburg-Kleinbettingen) und der Linie 10 (Luxemburg-Ul ingen) die Stabil bleiben.

Zu den Ursachen gehören:
Verspätetes Bereitstellen des Rollmaterials,
Pannen im Infrastrukturbereich Verspätungen in Zusammenhang mit Baustellen.
40% der Verspätungen rühren vom sogenannten „Domino“-Effekt her.
Was den neuen Fahrplan, der seit dem 10.12.2017 in Betrieb ist angeht, wird demnächst eine Bilanz gezogen, um festzustellen was die Vor-und Nachteile an diesem Fahrplan sind bzw. an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um eine Optimierung zu erreichen.

Verbesserte Kundeninformation: die neue CFL-App ist online

Der Generaldirektor stellte die neue CFL-App vor die weitere Vorteile und viele Neuigkeiten für den Kunden zu Verfügung stellt. Dieser kann in Zukunft seine Fahrkarte online kaufen oder schneller seine bevorzugten Linien und Haltestellen auswählen.

Entwicklung des Personalbestands

Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass sich die CFL-Gruppe mit 4503 Arbeitnehmer weiter vergrößert hat. Bis November 2017 wurden rund 378 Einheiten eingestellt.

Anstieg der Anzahl von Wegeunfällen: man ist in Sorge

Im Bericht der Sicherheitsbeauftragten der CFL wurde festgestellt, dass die Arbeitsunfälle im Jahr 2017 weiter stiegen, trotz mehrerer Sensibilisierungskampagnen. Besorgniserregend ist der drastische Anstieg der Anzahl an Wegeunfällen. Mit 90 Fällen ist die Zahl um circa 60% gestiegen. Einerseits ist zu bemerken, dass die Meldung solcher Unfälle systematischer erfasst wird. Andererseits ist eine Zunahme der Wegeunfälle an sich zu analysieren um gegebenenfalls Sensibilisierungsmaßnahmen zu treffen.

Eigentlich keine neuen Erkenntnisse zum Zugunglück vom 14. Februar 2017

Am 19. Februar 2018 veröffentlichte die AET (administration de l’enquête technique) einen Zwischenbericht zum schweren Zugunglück vom 14.02.2017. Staatsanwaltschaft und CFL verfassten ihrerseits eine Pressemitteilung. Neue Elemente waren dem Bericht nicht zu entnehmen. Auf Grund unserer Informationen wäre mit einem Schlussbericht in diesem Jahr nicht zu rechnen.

Reorganisation der informatischen Abteilung (Service IN):

Der Finanzdirektor Alain Blau erklärte die neue Aufstellung und das Organigramm des Service IN. Der Informatik-Bereich von CFL und CFL-Fret befinden sich nun unter einem Dach. Beide Abteilungen wurden zusammengelegt und unterstehen Christian Kettmann, Chargé de Gestion IN. Die Abteilung ist in vier Bereiche unterteilt. Das Personal wurde in die Ausarbeitung des neuen Organigramms eingebunden. Die Personalvertretung unterstrich derweil, dass die Mitarbeiter der CFL-mère einerseits und die Mitarbeiter von CFL-Fret andererseits ihr jeweiliges Personalstatut bzw Kollektivvertrag behalten.

CFL-Reporter-App – Informationen sammeln, keine Kontrolle

Generaldirektor Wengler versicherte uns, dass die neue App für die Eisenbahner sicher keine „Anschmier-App“ ist. Vielmehr sei es eine Möglichkeit, sich individuell in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in punkto Qualität und Kundenservice einzubringen. Jeder CFL-Mitarbeiter kann sich die App kostenlos herunterladen, muss sich aber anschließend beim Service IN anmelden, damit sein Zugang freigeschaltet wird.

„Masse d’habillement“ bei den CFL

2019 wird eine neue Uniform eingeführt werden. In diesem Zusammenhang erhält jeder betreffende Mitarbeiter eine komplette Ausstattung (1re mise). Aus diesem Grund wird die „masse d’habillement“ für 2018 nach unten angepasst, nur das Nötigste an Kleidung soll noch ausgehändigt werden. Selbstverständlich erhält jeder Mitarbeiter weiterhin Ersatzkleidung. RH-Direktor Baden unterstrich, dass es derzeit ein beschriebenes Prozedere gibt, welches die Verteilung der „masse d’habillement“ beschreibt. Alle Dienstzweige haben sich an die Vorgehensweise der IG8 zu halten.

Aus dem „Buffet de la Gare“ wird das „De neie Restaurant“

Ein neuer Pächter wird die Leitung des Retaurants übernehmen. Sein Name wird erst nach Abschluß des Vertrages bekannt gegeben. Das neue Konzept sieht für den Kunden sowohl ein „take away“, als auch ein Restaurant mit Tischbedienung vor. Die Eröffnung für den Bereich des „take away“ ist für Mitte diese Jahres vorgesehen, im Januar 2019 wird dann das Restaurant seine Türen öffnen. Angesprochen ob in Zukunft die Möglichkeit bestehe, dass CFL-Mitarbeiter eine Vergünstigung im „De neie Restaurant“ erhalten, war die Antwort, dass die Zielkundschaft nicht die Eisenbahner wären. Des Weiteren liege solch eine Entscheidung im Ermessen des Betreibers. Dies war uns eigentlich von Anfang an klar, wir wollten nur wissen, ob die Generaldirektion unser Anliegen eventuell unterstützen könnte. Diese Forderung ist indes nichts Neues, andere Betreiber haben CFL-Mitarbeitern ebenfalls einen kleinen „geste commercial” erwiesen. Es sei noch angemerkt, dass andere Betriebe unserer Größe über eine eigene Kantine verfügen.

CORE2 – es dauerte einfach zu lang

RH-Direktor Baden will in rund 40 Informationssitzungen den CFL-Mitarbeitern die Wertecharta der CFL „CORE2“ näher bringen. Diese Charta ist eine konkrete Aktion, welche aus der Umfrage „bien-être au travail“ abgeleitet wurde. Derzeit sei die Resonanz bescheiden. Als SYPROLUX unterstrichen wir, dass dieses aufeinander Zugehen recht spät erfolgt. Des Weitern seien momentan zu viele Unsicherheiten im Betrieb in Bezug auf die Umsetzung der Generalorder N°3 oder das Einführung der „postes à responsabilité particulière”. Es herrscht Misstrauen im Betrieb. Als SYPROLUX haben wir unsere Pflicht getan, indem wir unsere Kollegen und Kolleginnen aufgerufen haben, sich an den Versammlungen zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern. Für die Motivation der Hierarchie sind wir eigentlich in erster Linie nicht zuständig.

Zwischenfälle im öffentlichen Transportwesen: die Politik muss handeln

Die Zahl der Zwischenfälle bei den CFL ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen (von 541 Zwischenfälle im Jahr 2016 auf 623 Zwischenfälle 2017). In Bezug auf die tätlichen und verbalen Übergriffe (inklusive Belästigungen und Drohungen) sind diese um rund 38% angestiegen. Die Lage ist also ernst. Sprach man vergangenes Jahr noch von einer Stagnation auf hohem Niveau, so erleben wir derzeit einen recht hohen Anstieg.

Angesichts dieser Zahlen, ist es für uns als SYPROLUX unverständlich, dass das Comité de Pilotage „sécurité dans les transports publics“, unter der Federführung des Nachhaltigkeitsministeriums, seit Januar 2017 nicht mehr getagt hat. In diesem Bereich sind nicht nur die CFL, sondern sämtliche Operateure (AVL, RGTR, TICE, Luxtram) Opfer.

In diesem Kontext unterstrichen wir als SYPROLUX nochmals unser politisches Bestreben nach der Einführung einer eigenen Polizeieinheit für den gesamten öffentlichen Transport.

Erklärungen zum Arbeitsunfall vom 22. November 2017 in der Zentralwerkstatt (AC): wieder einmal nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch?

In der Zentralwerkstatt kam es am 22.11.2017 zu einem schweren Arbeitsunfall, bei dem ein Mitarbeiter einen elektrischen Schlag bekam. Dem Mitarbeiter, der schwer verletzt wurde, geht es den Umständen entsprechend besser. Die Verantwortlichen versprachen Verbesserungen bei diversen Infrastrukturpunkten, so werden z.B. in Zukunft verschiedene Schalter installiert, wo die Stromzufuhr von der Oberleitung wie auch von einer Fremdeinspeisung (ZS) unterbrochen werden kann. Des Weiteren sollen die verschiedenen Mannschaften nur an denen Plätzen arbeiten, die ihnen bekannt sind. Was das Unfallrisiko reduzieren soll. Das in der Sitzung auf der Leinwand angezeigte Dokument wird von den Personalvertretern in aller Ruhe gelesen werden. Klärungsbedarf besteht in unseren Augen noch in Bezug auf die sogenannte TM10. Auf die Frage, ob die Prozedur den Gegebenheiten der neuen Zentralwerkstatt zum Zeitpunkt des Unfalls angepasst war, war die Antwort recht vage. Der zuständige Chargé des Gestion sprach davon, dass besagte TM10 präzisiert werden müsse.

Kameraüberwachung – bitte mit Genehmigung!

Kameraüberwachung ist stets ein warmes Eisen. Bei den CFL ist die Personalvertretung aktiv mit in den Prozess eingebunden. Des Weiteren gibt es „einen Hüter der Kameras“: der Service S&E ist mit den Prozeduren von Installation und Genehmigungen beauftragt. In anderen Worten, wird an einer Stelle eine Kameraüberwachung benötigt, so meldet man sich beim Service S&E. Rund um die Zentralwerkstatt entdeckte die Personalvertretung, dass fünf Kameras angebracht wurden. Für besagte Kameras gibt es derzeit keine Anfrage beim Service S&E, der gemischte Betriebsrat wurde nicht informiert, das Personal hatte keine Kenntnis. Solches Vorgehen ist mehr als befremdlich. Hier wurden klar Instanzen übergangen in einem sehr sensiblen Bereich. Prozeduren zählen auch für die Hierarchie. Auch wenn es in Kürze zu einer Abänderung der Richtlinien zur Kameraüberwachung kommen soll, so sind geltende Prozeduren einzuhalten. Die Bilder sind den Mitarbeitern der BLZ und des CRR zugänglich, sie werden nicht aufgezeichnet.

Überschreitung eines geschlossenen Signales

Festzustellen ist, dass die Zahl der Überschreitungen in der CFL-Gruppe wieder ansteigt (2015 26 Überschreitungen, 2016 8 Überschreitungen und 2017 22 Überschreitungen). Was bedenklich ist. Der TM Betrieb versicherte dem gemischten Beirat, die Ursachenforschung voranzutreiben, um die Zahl der Überschreitungen zu verringern.

Steve WATGEN