Ein Geben und Nehmen oder nur ein Nehmen und kein Geben?

Beginnen wir mit einer positiven Nachricht:
Wir Eisenbahner können bzw. dürfen mit unserer Fahrscheinkarte „carte libre parcours“ gratis mit der Tram fahren. Und hiermit sind wir schon am Ende unserer positiven Mitteilungen!

Im MI geht es zu wie auf dem Bazar

Leider gibt es im Moment im MI nur negative Schlagzeilen. Allen voran, das Programm IPS, welches die Arbeitsstunden, die Überstunden, die „Majoration“ verwalten soll. Hier geht es ganz klar um die Lohntüte unserer Kollegen, demnach kein Kinkerlitzchen! Anstatt Transparenz und Vereinfachung sorgt besonders die Verantwortliche des MI/RH für Verwirrung und Missmut. Kurzum sie glänzt nicht durch Kompetenz. Beim Vergleich zwischen den schriftlichen Listings der jeweiligen Chef d’équipe und dem Ausdruck des Programms herrschen größere Diskrepanzen! Um Ruhe im Betrieb zu halten, schlug die Verantwortliche des MI/ RH dann vor, man könnte sich auf die Durchschnittszahl der Stunden einigen! Muss man dann neuerdings um seine geleisteten Arbeitsstunden feilschen wie auf einem Bazar?

Am 31. März müssen, laut unseren Vorschriften, die „heures de majoration“ von 2017 zusammengerechnet werden, damit diese dann im Juli 2018 ausbezahlt werden können. Wir hoffen, dass sich dieses Prozedere nicht wieder bis in den November hinziehen wird. Wie gesagt es geht hier um die Lohntüte der Mitarbeiter, und jeder hat ein Anrecht auf seine verdiente Entlohnung.

Die Pàrp-Posten (poste à responsabilité particulière): eine unendliche und ungerechte Geschichte.

Die Mitarbeiter, die einen Pàrp-Posten bekleiden, haben diesen rückwirkend auf den 01.01.2016 ausbezahlt bekommen. Was zu begrüßen ist.

Allerdings breitet sich eine Welle der Unzufriedenheit aus. Da gibt es diejenigen, die viel Verantwortung in ihrem Job tragen und nicht in den Genuss des Pàrp-Posten kommen.

Andere Posten wiederum, wurden von der zuständigen Obrigkeit als Pàrp-Posten ausgewiesen, wurden dann aber einfach von der RH-Abteilung gestrichen. Das kann und darf nicht sein! Ist der RH-Dienst eine Art Entscheidungsgericht? Oder ist es nur eine Frage der Finanzen? Wer trennt denn hier die Spreu vom Weizen? Dass es dem RH-Direktor scheinbar völlig gleichgültig ist, ob Mitarbeiter sich allein und im Regen stehen gelassen fühlen, lässt tief blicken und ist schwer mit den Werten des, nun mehr viel gepriesenen, CORE2 zu vereinbaren.

Von der großen Ignoranz und dem totalen Desinteresse um das Wohlbefinden der Bediensteten nicht zu sprechen. Dies ist in den Augen des SYPROLUX eine nicht hinnehmbare Situation.

Motivation durch reale Arbeitspläne

In den kommenden Jahren stehen viele Bauprojekte bei den CFL an. Diese kann man nur mit motiviertem und allzeit präsentem Personal bewerkstelligen. Präsent sein heißt wiederum Überstunden leisten bzw. an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien arbeiten. Es ist sehr fraglich wie ein Mitarbeiter, unter solchen Umständen ein stabiles und gesundes privates und soziales Umfeld aufrechterhalten kann! Schaut man sich dann die „tableau de service“ im MI an, stellt man fest, dass diese Mitarbeiter einen Dienstplan von Montags bis Freitags von 08:00 bis 17:00 Uhr haben. Alles nur „Fake“! Seitens des SYPROLUX verlangen wir schon seit Monaten, wenn nicht Jahren, eine angepasste, ehrliche Version der Dienstpläne (tableau de service), die wir aber noch immer nicht von den MI-Verantwortlichen erhalten haben.

Sicherheit auf den Baustellen kann man ebenfalls nur mit genügend ausgebildetem Fachpersonal gewährleisten. Aus diesem Grund verlangen wir, dass die CFL endlich ihre Verantwortung in Punkto Neueinstellungen, Pàrp und Ausbildung übernimmt.

Es auf einen Konflikt mit den Sozialpartnern ankommen zu lassen, wäre keine so gute Idee.

Polizeieinheit im öffentlichen Transport

In diesen Tagen wird viel über die Polizeireform geredet. Der SYPROLUX fordert schon seit einiger Zeit eine Polizeieinheit für den gesamten öffentlichen Transport. Es handelt sich hier nicht um ein „nice to have“! Die Zahlen der tätlichen Angriffe auf das Personal im ÖPNV vom Jahr 2017 stiegen kräftig an.

Auch die Politiker sollen endlich ihre Verantwortung übernehmen. Skandalös ist, dass die dafür speziell gebildete Kommission zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr schon fast über ein Jahr nicht mehr getagt hat! Deshalb fordert der SYPROLUX die politischen Parteien auf, sich konkret in ihren Wahlprogrammen zu der Schaffung einer Polizeieinheit für den gesamten öffentlichen Transport zu äußern und sich nicht hinter irgendwelchen Floskeln, wie Mangel an Personal, zu verstecken.

Die Arbeit wird uns nicht ausgehen …

Steve WATGEN