Dann machen wir mal hinne!

Roll-ups, Fahnen und Banderolen sind gefaltet, aufgerollt und eingepackt. Tische, Stühle, Rednerpult weggeräumt. Lauscht man in den Saal des Kulturzentrums, so hört man nur Stille. Verflogen ist die Aufregung und die Nervosität der vergangenen Tage.

Was aber weiter in unseren Köpfen widerhallt, sind die Worte unserer Personalvertreter. Mit einem Mix aus feuriger Inbrunst, tiefer Überzeugung und einer Prise Ohnmacht trugen sie die Berichte ihres jeweiligen Dienstzweiges vor. Ihr könnt euch von ihrer täglichen Arbeit in dieser Ausgabe selbst überzeugen.

Einen lebendigen Delegiertentag wünschten wir uns: wir wurden nicht enttäuscht!

Neben der Berichterstattung unserer Personalvertreter, standen zwei wichtige Themen zur Debatte auf unserem Eisenbahnerkongress.

Die gleitende Arbeitszeit und vor allem aber die Neufassung der Generalorder N°3, welche die Ausführungsbestimmungen in Bezug auf die Einstelllung, die Examen und die Laufbahnentwicklung regelt, mussten zur Abstimmung gebracht werden.

Gleitende Arbeitszeit: des einen Freud, des anderen Leid

Das Verhandlungsresultat wurde zwar mehrheitlich, aber unter Vorbehalt angenommen. Der Auftrag an die Verhandlungsdelegation lautete hier: eine klares Profil des Mitarbeiters, der unter die Bestimmungen fällt, muss in die „Note d‘application“ zur gleitenden Arbeitszeit eingefügt werden. Des Weiteren müssen die Bestimmungen zur „voyage de service“ (IG N°9) einer grundsätzlichen Überarbeitung unterzogen werden.

OG3: Zähneknirschen und Faust in der Tasche

Muss man Ausführungsbestimmungen auf Grund einer nicht gewollten Reform verhandeln, so kann das Endresultat nur unbefriedigend sein.

Nein, die Reform im öffentlichen Dienst, haben wir als SYPROLUX nicht gewollt!

Durch die 80-80-90%-Regelung  und das Nicht-Anerkennen der 3 Jahre Stagezeit, büßt unser Berufsstand an Attraktivität ein.

Die Reform im öffentlichen Dienst ist eine deutliche Abwertung unseres Berufsstandes.

Die Reform geht zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen der I- und A-Laufbahn.

Wir haben die Reform nicht ausgehandelt. Wir werden uns aber mit all unseren Mitteln bemerkbar machen und die Politik in die Verantwortung nehmen. Dies wird viele kleine Schritte benötigen. Säbelrasseln wird da nicht genügen.

Die Delegierten mussten nun aber, über ein Verhandlungsresultat abstimmen zu den Ausführungsbestimmungen der Reform. Es wurde viel, heftig und vor allem kontrovers diskutiert. Das Verhandlungsresultat wurde angenommen. Mit Vorbehalt.

Auch hier erging ein klarer Auftrag an die Verhandlungsdelegation: besonderes Augenmerk muss im Zuge der Reform den „fiches de poste“ gelten. Auf politischer Ebene muss eine Reform der Reform erwirkt werden.

Arbeitssicherheit: wir dürfen die Augen nicht verschliessen!

Sicherheit ist die erste Priorität und sie muss es auch bleiben Derzeit erleben wir einen beunruhigenden Zuwachs an Arbeitsunfällen. Aus diesem Grund haben wir als SYPROLUX den Antrag gestellt in Zukunft am  „Comité de la Sécurité“ teilnehmen zu können.

Des Weiteren fordern wir eine umfassende Abänderung unserer Bestimmungen zum Bereitschaftsdienst (astreinte).

Im Bereich des Disziplinarreglements fordern wir ein Umdenken zur „just culture“ hin.

Und im Bereich des Regelwerks, muss die Regel gelten: kein Inkrafttreten neuer Bestimmungen ohne abgeschlossene Aus- bzw. Weiterbildung.

I am not the news

Man soll nicht über die eigene Person schreiben, doch erlaubt mit eine Ausnahme. Ihr habt mich mit 86,21% für weitere 4 Jahre ins Präsidentenamt gewählt. Ich danke euch allen für dieses Vertrauen. Ich danke ins besondere meinen Kolleginnen und Kollegen aus der SYPROLUX-Leitung. Ihr seid Freunde, Ratgeber, Mitstreiter und Bodyguards. Ihr treibt an, warnt und schützt. Und gemeinsam sind wir ein Team!

 

mb