Sturmfront voraus

Von Sommerruhe war im BU-Betrieb eh nicht viel zu spüren und, dass der Herbst ein heißer werden wird, war angesichts der Manager(un)fähigkeit der BU-Obrigkeit voraus zusehen.

Es war einmal…

so könnte man das Thema der Umlauf- und Dienstpläne angehen: Es war einmal eine Tafelrunde an der Busfahrer, Gewerkschaftsvertreter, BU-Obrigkeit, samt Ressortdirektor saßen und nach langer Fehde, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Fahrer erzielten. Ende gut, alles gut. Die Geschichte hat nun aber eine Fortsetzung. In unserem Fall gibt es zwar…

… keine böse Stiefmutter, dafür ein äußerst beratungsresistentes Rumpelstilzchen.

Es kam also wie es kommen musste: mitten im Sommerurlaub landeten die neuen Umlauf- bzw. Dienstpläne in den elektronischen Briefkästen der Personalvertreter mit der Aufforderung schnellstens eventuelle Bemerkungen einzureichen. Da kommt Freude auf am Swimmingpool!

Denn unsere Personalvertreter stellten in den Plänen fest, dass:

• mehrfach die Lenkzeit von 4 Stunden 30 Minuten überschritten wird;

• das festgelegte Prinzip in die Schichtpläne grundsätzlich 4 Stunden 15 Minuten Lenkzeit einzubauen nicht mehr respektiert wird;

• wieder Pausen an Haltestellen vorgesehen sind, obwohl dies gesetzlich verboten ist;

• dass die Wochenschemen des RLT1 weiter verschlechtert wurden…

Es war also klar, dass für die SYPROLUX-Personalvertreter diese Vorschläge unannehmbar sind.

Nächste Szene: Urlaub vorbei, zurück im Betriebsalltag. Wir befinden uns in der September Sitzung beim BU-Dienstchef.

Aufruf zum Regelverstoß

Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen lieferte der „Dirigeant Mouvement“ persönlich während oben erwähnter Sitzung. Angesprochen auf das systematische Überschreiten der Lenkzeit, bekundete besagte Person, dass der Busfahrer, in solch einem Fall, sobald er auf das CFL-Gelände fährt, seine Tachygrafenkarte dem Kartenschreiber entnehmen und die Taste „out of scope” drücken soll. Dass ein Fahrer, der dies macht, sich in totaler Illegalität bewegt, ist anscheinend zweitrangig.

Ja, genau, da fehlen einem die Worte!

Profil à la carte

Demnächst sollen drei weitere Mitarbeiter als „Reserve-coachs” herangezogen werden. So weit, so gut! Das Auswahlverfahren hingegen mehr als fragwürdig. Mit viel Aufheben wurde ein Profil für diesen Posten, samt Aufgaben und Voraussetzungen, erstellt, diskutiert und von den Mitgliedern des Comité Mixte angenommen. Auf Grund dieser Beschreibung wurden die drei ersten Coaches auserkoren. Beim zweiten Anlauf für die „Reserve-Coachs” nun, passte der „Dirigeant Mouvement“ flugs das Profil an, nach dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht. Dienstalter, Erfahrung und Klassement spielten bei seiner Auswahl keine Rolle. Das vorgesehene psychologische Gutachten ist kurzerhand überflüssig. Hier wurde eben mal gerade, ein Beschluss einer wichtigen Instanz außer Acht gelassen wird. Aber was soll’s!

Außer Rand und Band

Verfolgt man die Geschehnisse im BU und vervollständigt diese mit den Schilderungen und Informationen aus den rezenten Unterredungen mit den Personalvertretern, so dominiert vor allem ein Satz die Runde: „Ich habe dies so entschieden!” Egomanie vor gesundem Menschenverstand! Kompromisse ignorieren. Beschlüsse umstoßen. Zwist säen. Trotz mehr Personal, Urlaubstage nicht gewähren oder streichen. Das Maß ist mehr als voll!

Ihr kennt ja bestimmt noch das Ende der Geschichte des Rumpelstilzchens, oder?

mb