Urlaub … und dann?

Alles hat ein Ende, auch die Urlaubszeit und wenn Ende August das Riesenrad auf der Schobermesse wieder dreht, dann steht der Herbst vor der Tür. Es muss einem jetzt schon Angst und Bange werden, wenn man an die überfüllten Straßen, Busse und Züge denkt, denn Alltags- und Fahrstress sind vorprogrammiert. In der Hoffnung, dass jeder seinen Urlaub genießen und die leeren Akkus wieder voll aufladen konnte, wird die Arbeitswelt mit Vollgas wieder da ansetzen wo sie vor dem Urlaub aufgehört hat und jeder muss seinen Mann respektiv seine Frau stellen. Eine Einarbeitungsphase wird es nicht geben.

Bis Mitte September ist ein Teil des Eisenbahnnetzes noch lahm gelegt. Die Baustellen, die aus Wartungs- und Sicherheitsgründen durchgeführt werden müssen, wurden von langer Hand geplant. Die dadurch ausfallenden Züge werden durch Busse ersetzt. Dass die Straßenbauverwaltung (Ponts et Chaussées) zur selben Zeit Arbeiten am Straßen- und Autobahnnetz in den gleichen Landabschnitten durchführt bringt natürlich etliche Probleme und Staus mit sich. Müsste hier nicht eine höhere Instanz die unterschiedlichen Baustellen untereinander koordinieren, damit solche Überlappungen vermieden werden können. Außerdem könnte bei dieser Gelegenheit, der Kollektivurlaub in den unterschiedlichen Sektoren unter die Lupe genommen werden. Denn ob dieser in der jetzigen Form noch zeitgemäß ist, ist fraglich.

Die Arbeit geht uns nicht aus

Im letzten halben Jahr können wir uns über vieles beklagen, aber sicherlich nicht über einen Mangel an Arbeit. Sowohl in den verschiedenen Betriebskommissionen, in der Zentraldelegation als auch im „Comité Mixte“ wurde ganze Arbeit geleistet. So kommt es im Oktober endlich zu erheblichen Verbesserungen im „horaire mobile“, eine langjährige SYPROLUX-Forderung. Des Weiteren wurden im AC (Atelier Central) aufgrund mehrerer Beanstandungen seitens des SYPROLUX die Arbeitsbedingungen für Schweißarbeiten an den Dosto-Wagen verbessert. Auch im MI-Betrieb macht der SYPROLUX immer wieder auf Missstände aufmerksam, allerdings warten wir hier immer noch auf die neuen Schichtpläne welche die Arbeitszeiten regeln. Im Herbst werden endlich weitere Ausbildungstage für das Stellwerkpersonal angeboten. Der Schwerpunkt dieser Fortbildung liegt in der Veränderung und der sicheren Anwendung des neuen Regelwerkes. Aber auch bei der CFLcargo waren wir aktiv und haben einen neuen Kollektivvertrag ausgehandelt. Dies ist nur eine kleine Aufzählung des enorm geleisteten Arbeitspensums. Und darum möchte ich mich im Namen des SYPROLUX nochmals bei allen Beteiligten für die gute Arbeit und ihren unermüdlichen Einsatz bedanken.

Was kommt jetzt?

Das Hauptaugenmerk im Herbst, werden sicherlich die CFL-Laufbahnen sein. Sowohl die „fiches de postes“, die im ersten Halbjahr zusammen mit den Personalvertreter analysiert wurden, als auch die „postes à responsabilité particuliaire (Parp)“ sind immer noch nicht druckreif. Wie lange muss hier noch gewartet werden? Wie lange wird dem betroffenen Personal, die seit Oktober 2015 geschuldete Zuwendung der „Postes à responsabilité particulière (Parp)“ vorbehalten? Wann bekommen die Gewerkschaften endlich Antworten auf ihre Fragen? Auch in der Belegschaft rumort es, vieles wird zu Recht hinterfragt und man ist nicht mehr bereit alles einfach nur hinzunehmen.

Wir fordern, dass das ganze Paket des „accord salarial“ endlich für die gesamte Belegschaft angewandt wird. Dies betrifft die „Postes à responsabilité particuliaire“ (Parp), die Essenzulage die um 34 € erhöht wurde, die unterschiedlichen Änderungen bei Urlaub (congé sozial) und zu guter Letzt den Mobilitätspass.

Man kann sich auf einen heißen Herbst einstellen …

…denn wir als SYPROLUX werden nicht locker lassen und auf konkrete Antworten sowie auf Entscheidungen drängen. Das Wohlbefinden unserer Belegschaft steht für uns an erster Stelle.

Steve WATGEN