Der Kunde ist König oder „Le client au centre de nos préoccupations“

Dieses Credo aus der Strategie der CFL (2015), war es ernst gemeint? Der Fahrplan 2018, in Bruchstücken bekannt, bringt eine Verbesserung in folgenden Punkten: Angebot – Qualität – Pünktlichkeit. Die hohen Investitionen in die Infrastruktur der CFL werden ihre Früchte tragen. Die Haltestellen Howald und Pfaffenthal-Kirchberg, sowie die Inbetriebnahme der Standseilbahn (Funiculaire) erweitern das Mobilitätsangebot im öffentlichen Transport. „Mission accomplie“ könnte man sagen. Die Kunden der Linien 3 und 6b sehen dies anders: Direktzüge werden gestrichen (L6b) wegen der Linie 6; Haltestellen werden ebenfalls gestrichen (L3).

Man muss über Konzepte, Strategien, Überlastungen diskutieren können. Sie in Frage stellen, Zwischenlösungen finden. Das Zauberwort heißt: KOMMUNIKATION!

Kommunikation ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen. „Information“ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis, Erfahrung und Empathie. Mit „Austausch“ ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint.

Wann soll diese Kommunikation stattfinden. Auf welcher Ebene? Die Gemeinden waren nicht eingebunden, die Kunden …?

Es mag sein, dass am Fahrplankonzept 2018 viele Fraktionen mitgearbeitet haben, die aktuellen und potentiellen Kunden (Industriegebiete Bombicht/Potaschbierg) standen in dieser Phase des Projektes nicht im Mittelpunkt.

Sicher wurde das „Comité des usagers“ oder die AÖT in ihrer jeweiligen Funktion in die Überlegungen mit einbezogen.

Es bleibt die Frage zu klären, mit welchen Argumenten überzeuge ich die Kunden, dass zwar die gleiche Anzahl von Zügen verkehrt (z. Bsp. L3), die Anzahl der Haltestellen jedoch reduziert wird. Im jetzigen Fahrplanangebot, sieht dies folgender Maßen aus:

Morgens:
Linie 3 – Wecker – Luxemburg:

Abfahrt 07:02, 07:19, 07:43 und 07:50 Uhr – 4 Züge pro Stunde.

Abends:
Linie 3 – Luxemburg – Münsbach:

Abfahrt 16:10, 16:31 und 16:59 Uhr – 3 Züge pro Stunde.

Entfallen die Haltestellen Münsbach und Wecker für die RE-Züge, so bleiben morgens/abends 2 Züge pro Stunde mit Wartezeiten von bis zu 50 Minuten?

Wer wagt es da, Vergleiche zum Stundentakt – ANNO 1993 – zu ziehen?

Doch warum mache ich mir Sorgen, noch vor Sommeranfang startet ja die Informationskampagne (LW 07/02/2017). Dann werden wir vertröstet dass ab 2019 (nach Inbetriebnahme des 2. Viadukt), neue Möglichkeiten entstehen.

Die Anzahl der bestehenden und neuen Projekte beeinflussen die Kapazitäten der Linien. Der Benutzer des öffentlichen Transports muss daher, einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Irgendwie wird man aber das Gefühl nicht los, dass eine Linie auf Kosten der anderen geopfert werden soll. Die Umfrage bei der CFL-Gruppe vom Oktober 2016 hat ergeben, dass die Kommunikation auf allen Ebenen verbesserungsbedürftig ist. Daraus könnte, sollte, müsste man eigentlich lernen.

Paul GRIES