Wir sind mehr als nur Nummern!

Ein Unternehmen, welches mehr als 22 Millionen Reisende jährlich transportiert, rund 4200 Mitarbeiter in der gesamte Gruppe zählt und dessen Investitionsvolumen sich auf rund 385 Millionen Euro beläuft, kann man durchaus als erfolgreich bezeichnen.

So manch anderer Eisenbahnbetrieb im nahen und fernen Ausland kann besonders im Investitionsbereich von derartigen Zahlen nur träumen.

Doch solch ein Unternehmen muss auch mit der Zeit gehen, sich ständig weiterentwickeln. Besonders im Bereich der Qualitätssteigerung gilt es die Wünsche und Vorstellungen auszuloten, am besten noch ihnen zuvorzukommen.

Den Kunden in den Mittelpunkt stellen,

so heißt demnach die Devise der CFL-Direktion. Neben einer Studie zu bestehenden Informationsflüssen, einer Optimierung des Fahrplans ab Dezember 2017, soll mit der BLZ ein weiterer Baustein für mehr Qualität folgen.

Die CFL-Obrigkeit will das Zusammenspiel von Bereitstellen von Rollmaterial, Dienstplänen von Lokführern und Informationsübermittlung in Störfällen in einer Betriebsleitzentrale (BLZ) zusammenfassen. Vor gut 15 Jahren lag ein ähnliches Projekt auf dem Tisch. Damals trug es den Namen PCC, „Poste de commande centralisé“. Schon damals haben wir als SYPROLUX die Idee einer zentralen Leitstelle befürwortet.

Was wird der Kunde eigentlich von dieser BLZ in seinem Alltag mitkriegen?

Nun, er begegnet dem Zugbegleiter und gegebenenfalls auch dem Lokführer. Sie sind das Aushängeschild der CFL. Deshalb ist die Betreuung unserer Kolleginnen und Kollegen Zugbegleiter und Lokführer von großer Bedeutung.

Betreuung von Zugbegleiter und Lokführer ist unantastbar

Wie es scheint, gibt es Bestrebungen aus Direktionskreisen, einen „Accueil personalisé“ für Zugbegleiter und Lokführer bei Dienstantritt eher als „nice to have“ abzutun, als ihn als eine Notwendigkeit anzusehen. Warum sonst will man den „Poste de commande PAT“ in der „Fëschhal“ abziehen bzw. den entsprechenden Posten in der Lokleitung im Projekt BLZ einfach nicht mehr vorsehen.

Mitarbeiter 26575 meldet sich zum Dienst,

wird es wohl dann künftig am Telefon heißen! Jeglicher persönlicher Kontakt wird somit unterbunden. Dieser wird ja sowieso total überbewertet.

Sportlich wird es für den betreffenden Mitarbeiter, der Telefondienst hat. Man bedenke, dass bei den Zugbegleitern in Luxemburg beispielsweise rund 208 Mitarbeiter täglich ihren Dienst antreten!

Im Falle eines Übergriffs wird dann keiner mehr vor Ort sein, um der Kollegin / dem Kollegen in einer ersten Phase beizustehen. In der Lokleitung wird es niemanden mehr geben, der abschätzen kann, ob der Kollege in Form ist oder ihn etwas betrübt.

Die Betreuung bei Dienstantritt war eine der Empfehlungen in der Dedale-Studie mehr als 10 Jahren. Diese Erkenntnis erfolgte nach einer Umfrage mit anschließenden Arbeitsgruppen zum Thema Wohlbe nden am Arbeitsplatz. Diese Maßnahme wurde von allen Beteiligten begrüßt. Ihren Sinn und Zweck hat sie stets erfüllt.

Schon erstaunlich, dass man nun einen Schritt zurück gehen will. Und dies obwohl, die neueste CFL-Umfrage unter den Mitarbeitern, die Kommunikation und Betreuung noch immer als wichtige Elemente in punkto Wohlbe nden am Arbeitsplatz ansieht.

Erinnern sie sich noch an das Motto?

Ja, genau:
Dir bréngt eis weider!

Ich frage mich so langsam: Wohin?

Mylène BIANCHY