Sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Es ist demnach an der Zeit sich den Wählerinnen und Wählern der Arbeitswelt zu stellen. Manches konnte erreicht werden zum Vorteil der Beschäftigten: die Ausbildung bei den Lokführern wurde angepasst und verbessert; eine Sozialarbeiterin wurde nach über 20 Jahren wieder eingestellt; Workshops in den Bereichen BU und TM zur Erarbeitung von Umlaufplänen mit Beteiligung der Sozialpartner wurden eingeführt; die Bachelor-Laufbahn wurde eingeführt und die Laufbahn „rédacteur technique“ ist auf den Schienen. Die Laufbahnen des „technicien M“, des „conducteur locotracteur“ und des „frigoristen“ gehören heute zu unseren Berufsbildern.

Aber all dies ist kein Grund sich auch nur im geringsten auf den Lorbeeren auszuruhen. Die Anzahl der Herausforderungen in unserem Betrieb lassen das Erreichte oft nur als einen Tropfen auf den heißen Stein erscheinen.

 

Man hat uns über den Tisch gezogen

 

Im Jahre vier nach der Einführung der Reform im öffentlichen Dienst, kämpfen wir noch immer mit deren konkreten Umsetzung. Ja, Kolleginnen und Kollegen, ihr habt Recht: wir wurden über den Tisch gezogen! Diese Reform wurde uns aufgezwungen, verhandelt wurde teilweise auf Vorlagen von Gesetzestexten und immer wedelte man mit der Uhr vor unserer Nase, alles musste zum 01.10.2015 bereit sein. Die Regierung forderte es. Und wie meinereiner diese Woche gelernt hat, sind Entscheidungen der Regierung zu vollstrecken und nicht in Frage zu stellen (sic)!

Man hat unsere Laufbahnen beschnitten. Dadurch, dass die CFL-Verantwortlichen nicht gewillt sind jährlich in sämtlichen Laufbahnen Examen abzuhalten, so wie es beim Staat geregelt ist, nimmt man uns die Perspektiven auf Weiterentwicklung in unserem Berufsleben. Doch wir lassen nicht locker! Wir gehen jedem Fall nach, der uns mitgeteilt wird. Wo Ungleichheiten bestehen, die in Folge der Reform auftauchen, haken wir nach. Und zwar solange bis die Politik nicht mehr um eine Reform der Reform kommt.

 

Wir wollen endlich reale Dienstpläne und eine klare Regelung des Bereitschaftsdienstes

 

Fordern tut die Arbeitgeberseite aber weiterhin immer mehr von jedem Einzelnen von uns. Die nächsten fünf Jahre werden die intensivsten in punkto Bauarbeiten werden, die die CFL je gekannt hat. Wir wissen, dass man weiteres Personal nicht aus dem Stein schlagen kann. Wir prangern aber die Kurzsicht mancher Verantwortlicher an, dass nicht mehr Wert auf sogenannte „plan de succession“ gelegt wird. Wir prangern an, dass man besonders im MI-Bereich mit der Problematik des Bereitschaftsdienstes und die der „tableaux de service“ auf der Strecke bleibt. Wie kann es sein, dass 2019 noch immer Dienstpläne bestehen, welche von Montags bis Freitags auf Tageschichten ausgelegt sind und jeder weiß, dass Wochend- und Nachtdienste auf der Tagesordnung stehen. Damit eines klar ist, es geht hier nicht um Bezahlung, es geht um Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz! Des Weiteren muss man sich bewusst sein, dass in diesem Dossier keine von oben herab dekretierte Harmonisierung Bestand haben kann.

 

Gratis öffentlicher Transport ist und bleibt eine politische Fehlentscheidung

 

Man kann keine Sozialpolitik auf eine Mobilitäts- und Infrastrukturpolitik praffen! Da können Minister, die auch mal gerne aus den Abgründen nicht gewählter Abgeordnete auserkoren werden, auch noch so oft auf die Entscheidungsgewalt einer Regierung pochen. Besonders das Eisenbahnnetz ist derzeit an seinem Limit angekommen. Dies hat oft Verspätungen zu Folge, welche sich in Windeseile über das ganze Netz aus-breiten. Mit dem „Gratis ÖT“ erweckt man Erwartungen beim Kunden, welche man derzeit nicht erfüllen kann. Aus diesem Grund riskiert dieses überstürzte Unterfangen der Regierung dem Image sämtlicher Transportträger im öffentlichen Transport zu schaden.

 

Starke Gewerkschaften werden gebraucht

 

All diese Missstände wollen wir als SYPROLUX nicht so ohne weiteres hinnehmen! Wir wollen uns einsetzen, anprangern, aufdecken! Wir wollen über Lösungen diskutieren, sie ausarbeiten, um sie streiten, kämpfen mit allen verfügbaren Mitteln! Und deshalb brauchen wir eure Hilfe, Kolleginnen und Kollegen! Ihr müsst uns, eure Gewerkschaftsvertreter, stärken durch massive Wahlbeteiligung an den anstehenden Sozialwahlen! Denn an starken Gewerkschaften kommen weder Politik noch Patronat vorbei!

 

Demnach heißt es für den 12. März Sozialwahlen 2019 –

SYPROLUX Lëscht 5.

Mer zielen op Iech!


Mylène BIANCHY